Schicksalsspiel für Lohmar 2 in Heimerzheim

von Uwe Fleischer

Etwa eine Stunde vor unserer Abfahrt meldete der Heimerzheimer Mannschaftsführer Brett 8 wegen einer Erkrankung des Spielers ab. So konnte Norbert Rokitta zu Hause bleiben und wir gingen bereits vor Spielantritt mit 1-0 in Führung. In Heimerzheim angekommen stellte sich dann heraus, dass den Heimerzheimern sogar noch ein weiterer Spieler an Brett 5 fehlte, so dass Thomas Vehmeyer ebenfalls kampflos auf 2-0 erhöhte. Derart in Vorteil geraten, waren wir schon nach einer halben Stunde Spielzeit recht zuversichtlich, unserem Ziel schon sehr nahe gekommen zu sein.

Die Eröffnungsphase war bei den meisten von uns ganz gut verlaufen. Nur Uwe Rokitta war etwas unter Druck geraten und Alex Dreilings Stellung befand sich zu Beginn des Mittelspiels wohl mehr oder weniger in einem dynamischen Gleichgewicht mit beiderseitigen Chancen. An allen anderen Brettern waren kleinere oder auch schon größere Vorteile für uns zu erkennen.

An Brett 6 kam Olav Humbek dann auch schon bald zu einer Gewinnstellung als der Gegner einen netten Mattangriff übersah und schnell die Waffen streckte. Auch Robert Hiendl an Brett 7 und Raphael Langer an Brett 4 besaßen im Mittelspiel schon relativ deutliche Vorteile. Robert gelang es dann in bereits guter Stellung nach einem Fehler des Gegners eine Qualität plus Bauern zu gewinnen. Erst sah es für mich noch ein bisschen schwierig aus, den materiellen Vorteil auch umzusetzen, da die Stellung einen recht geschlossenen Charakter hatte. Aber nach einem weiteren Fehler seines Gegenübers im Endspiel mit zwei Türmen gegen Turm und Läufer konnte Robert schließlich einen zweiten Bauern gewinnen und damit den Weg für seine Damenflügelbauern freiräumen. So stand es nun schon 4-0 für uns und unser Minimalziel war erreicht.

Ich hatte die Eröffnung ebenfalls recht gut überstanden und es gelang mir sogar in den herbeigeführten Verwicklungen einen ziemlich deutlichen Vorteil herauszuarbeiten. Allerdings hatte mich das auch einiges an Bedenkzeit gekostet. Jedenfalls fand ich nicht die aussichtsreichste Fortsetzung und mein Stellungsvorteil ging wieder verloren. Mehr noch, denn als selber anzugreifen befand ich mich auf einmal selbst in einer Verteidigungsposition. Schwarz war mit seinen beiden Springern in meine Stellung eingedrungen und setzte meinen König nun unter Druck. Nach einigen weiteren kleinen Ungenauigkeiten meinerseits in schwieriger Stellung kam dann bei schon geringer Restbedenkzeit der wohl spielentscheidende Fehlzug. Der kostete einen Bauern und das nun entstandene Turm-Springer-Endspiel mit Minusbauern war klar besser für meinen Gegner. Zwar versuchte ich noch die Stellung halbwegs zäh zu verteidigen, aber nach einigen weiteren suboptimalen Zügen ließ ich in hoher Zeitnot auch noch das Eindringen des gegnerischen Königs zu wonach die Stellung nicht mehr zu halten war - immerhin noch 4-1 für uns.

Inzwischen hatte Raphael einen Bauern gewonnen und ein günstiges gleichfarbiges Läuferendspiel erreicht. Filigran ließ er dem Heimerzheimer keine Chance mehr und holte sich auf sichere Weise den vollen Punkt und damit uns den erhofften Mannschaftssieg. Beim Stande von 5-1 spielten nun noch Uwe Rokitta und Alexander Dreiling an den Brettern 2 und 3. Uwe hatte sich eigentlich ganz gut aus der Affaire gezogen, nachdem er anfangs etwas unter Druck geraten war. Ein Doppelturmendspiel mit noch vielen Bauern auf dem Brett war zwischenzeitlich entstanden, dass vermutlich sogar zu halten war. Als er jedoch zuließ, dass sein letzter Bauer am Königsflügel fiel, wendete sich das Blatt wieder zu Gunsten seines Gegners. Letztlich waren die Freibauern auf der Königsseite dann nicht mehr gut aufzuhalten und Uwe musste die Partie aufgeben.

Alexander Dreiling befand sich in einem komplizierten Mittelspiel wo es Chancen auf beiden Seiten gab. Allerdings war auch er in gewisse Zeitnot geraten als er einzügig eine Figur stehen ließ. Der Heimerzheimer hätte die Partie daraufhin schnell für sich entscheiden können, wenn er denn durch ein geschicktes Opfer dem König gleich den Garaus gemacht hätte. Doch er zog es vor, durch positionelle Manöver seinen materiellen Vorteil zur Geltung zu bringen. Alle Gegenwehr von Alex nützte aber auch so nichts mehr und auch er musste schließlich seine Partie aufgeben.

Unsere beiden Konkurrenten im Abstiegskampf - 1. SK Troisdorf II und SC Limperich I - verloren ihre Spiele in Runde 8 mehr oder weniger sang- und klanglos. Zwar rangieren wir mit 6 Mannschaftspunkten immer noch nur auf Platz 8 der Liga, aber die reichen zum Klassenerhalt nun allemal aus, da die Konkurrenz 3 Punkte hinter uns liegt und nur noch eine Runde zu spielen ist. Im letzten Spiel gegen den SC Limperich geht es daher für beide Seiten nur mehr um eine saisonale Ergebniskorrektur.

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