Lohmar 1 verteidigt Tabellenführung

Auch am 6. Spieltag konnte das Team Lohmar 1 mit einem weiteren Sieg gegen Hennef 1 die Tabellenführung in der Verbandsliga Süd behaupten.

Tabellenführer Lohmar 1 (8:0 Punkte) gegen den Tabellen-Zweiten (7:1 Punkte).

Tabelle (Link zum Ergebnisportal der Liga)

Alle Ergebnisse des 6. Spieltags (Link zum Ergebnisportal)

(Klicken für mehr Text) Die Schachfreunde aus Hennef haben sich für diese Saison den Aufstieg in die Regionalliga vorgenommen und waren mit einer bärenstarken Truppe angereist. Gleichzeitig wollten sie Revanche nehmen für die unglückliche 3,5:4,5 Niederlage im letzten Verbandsliga-Wettkampf 2023/24.

Wir konnten nicht in Bestbesetzung antreten. Raphael, unser spielstarkes Brett 2, hatte sich abgemeldet und so mussten wir „aufrutschen“. Als Ersatz an Brett 8 wurde unsere Mannschaft durch Oliver verstärkt – aber auch vom DWZ-Durchschnitt her waren die Hennefer eindeutig die Favoriten.

Es entstanden an allen Brettern jeweils sehr kampfbetonte Partien. Ich habe leider nicht alles mitbekommen, denn an Brett 7 hatte mein Gegner mit Weiß meine Angstvariante ausgepackt, mit Lh6 und Lxg7 meinen Fianchettoläufer getauscht und dann versucht, mit h4 – h5 – h6 meinen Königsflügel zu stürmen. Nur mit viel Gück konnte ich die Stellung halten. Mein Gegner rochiert lang. Das konnte ich zu einem Gegenangriff nutzen und kurz darauf gelang es mir, die Damen abzu-tauschen. Jetzt war mir etwas wohler und so lehnte ich nach dem 23. Zug ein Remisangebot meines Gegners ab. Von der Stellung her hätte ich lieber angenommen, aber bei Ansicht der anderen Partien musste ich mich zum Weiterspielen entscheiden.

Praktisch stand an allen Begegnungen „das Brett in Flammen“. Eine Tendenz, wie es ausgehen könnte und wer für uns die Punkte holen sollte, das konnte ich nicht erkennen. Es zeigte sich jedoch, dass viele der Hennefer Spieler in Zeitnot kamen. An fast allen Brettern hatten unsere Gegner nach etwas über 20 Zügen weniger als 10 Minuten auf der Uhr. Die Uhren von unserem Team hingegen zeigten  überall mehr als 30 Minuten bis zum 40. Zug. Aber den Spielern aus Hennef gelang es, auch in Zeitnot die Stellungen zusammen zu halten und nirgends in Nachteil zu kommen, obwohl einige Spieler nur mittels der 30 Sekunden Zeitgutschrift je Zug die Zeitkontrolle schafften.

Gegen 14:00 Uhr dann die erste Entscheidung. An Brett 5 überschritt der Hennefer Senior Hans-Joachim Neese im 35. Zug die Zeit. Rolf hatte sehr geduldig gespielt und einen kleinen Vorteil herausgearbeitet. Zum Ende der Partie schuf er einige Drohungen, die sein Gegner zeitlich nicht zu lösen wusste.

Praktisch zeitgleich konnten die Hennefer ausgleichen. An Brett 4 hatte Philipp versucht, seinen starken Gegner Guido Schott (bisher 4 Punkte aus 4 Partien) mittels ungewöhnlicher Züge aus dem Konzept zu bringen. Aber schlussendlich setzte sich sein Gegner durch – die schwarzen Figuren setzten Philipps König matt.

Als ich noch einmal Zeit fand, nach den anderen Partien zu sehen, da waren bereits 6 Partien beendet und zu meiner großen Überraschung führten wir 3,5:2,5. Es liefen nur noch die Partien Brett 6 und Brett 7.

An Brett 1 hatte Christian mutig die Qualität geopfert. Er bekam dafür gutes Spiel und drohte, das verlorene Material zurückzugewinnen. Seinem Gegner fiel nichts anderes ein, als die Zugwiederholung zuzulassen: REMIS.

Ebenfalls REMIS spielte Sven an Brett 2. Er hatte recht unkonventionell angegriffen, hatte lang rochiert und reinen Gegner genötigt, mit dem König in der Mitte zu bleiben. Auch aufgrund der beginnenden Zeitnot bot er REMIS.

Noch ein REMIS gab es an Brett 3. Wolfgang hatte erfindungsreich eröffnet: er opferte seinen a-Bauern, tauschte dann seinen Fianchettoläufer gegen den Springer auf c3 und konnte danach den wichtigen Zentralbauern auf e4 gewinnen. Daraufhin kam es in einer offenen Stellung zu einem Generalabtausch. Das entstandene Turmendspiel hielt Wolfgang dann routiniert: Remis!

Den Gewinnpunkt erzielte unser Ersatzmann Oliver. Er fand für alle Figuren ideale Felder, gewann zunächst die Qualität, gab diese dann zurück, um eine Stellung mit 2 Mehrbauern zu erzielen. Nach einem Fehler seines Gegners gewann er noch dessen Springer. Schwarz gab auf.

Es stand also 3,5:2,5 für unser Team. An Brett 6 hatte Olaf seinen Gegner ständig unter Druck setzen können und eine gewinnversprechende Position erreicht. An Brett 7 hatte ich vor der Zeitkontrolle den vorgerückten Bauern auf h6 erobern können und wähnte mich auf dem Weg zum Gewinn. Aber dann ließ ich unvorsichtigerweise die beiden weißen Türme in meine Stellung eindringen und war gezwungen, auf Verteidigung umzuschalten. Mein Remisgebot lehnte mein Gegner ab. Aber nachdem er den Bauern zurück gewonnen hatte wurde ein Turmpaar getauscht, ich konnte meinen Turm nach e3 stellen und drohte, seinen Bauern auf g3 gewinnen. Danach hätte ich einen Freibauern in der g-Linie haben können – aber gegen 3 weiße Freibauern am Damenflügel wusste ich nicht, wie das ausgehen könnte. Zu meinem Erstaunen bot mein Gegner Remis. Ich nahm sofort an.

An Brett 6 spielte der Hennefer trotz Minusbauern auf Gewinn. Er stellte Olaf vor große Probleme. Aber Olaf zeigte sich, wie oft gezeigt, als sicherer Mannschaftsspieler. Das Endspiel mit jeweils Turm, Springer und ein paar Bauern war nicht leicht zu spielen. Aber nach einem Tausch der Türme konnte Olaf seinen Springer gegen den vorletzten schwarzen Bauern opfern und anschließend mit dem König den letzten Bauern anzugreifen und in Folge zu gewinnen. Sein Gegner fügte sich ins Remis. Damit haben wir, dank einer geschlossenen Mannschaftleistung, das Spiel gegen Hennef mit 4,5:3,5 gewonnen.

Jetzt führen wir immer noch die Tabelle mit jetzt 10:0 Punkten an. Aber jetzt kommen noch die schweren Spiele gegen Godesberg III, Brühl II, Fritzdorf und Siegburg (zuletzt mit 2 Großmeistern). Zu Saisonbeginn war als Ziel ausgegeben: nur nicht absteigen. Dieses Abstiegsgespenst sollten wir jetzt vertrieben haben!

Veröffentlicht in Mannschaften, SF Lohmar I.