Die Siegesserie hält für Team II

Die Vorzeichen für den kommenden Mannschaftskampf gegen Hennef II standen eigentlich gut. Oliver hatte eine schlagkräftige Mannschaft aufgeboten: Neben den ersten sechs Stammspielern kam Dirk zu seinem Saisondebüt, komplettiert wurde das Team durch Alex junior. Bei frühlingshaften Temperaturen rechnete niemand ernsthaft mit Problemen, doch schon früh deutete sich ein Verlauf an, den wir so nicht einkalkuliert hatten.

Aber der Reihe nach: Als die Runde um kurz nach 11.00 Uhr freigegeben war, erreichten nur 7 Hennefer unser Spiellokal; mein Gegner fehlte leider. Somit hatte ich mit der Mindestanforderung, das Brett rechtzeitig zu erreichen und die Uhr zu drücken, bereits genug getan, um nach einer halben Stunden den ersten Punkt für die Mannschaft zu holen, ein sehr energiesparender Einsatz. 1-0 (kl.) Kaum war der Punkt kampflos auf dem Konto, erinnerte mich Oliver scherzhaft daran, dass mein Kurzeinsatz wohl nur der Auftakt für das vollständige Mannschaftsmenü sein sollte. Diese (Koch-) Partie gab ich vor der Eröffnung auf.

Der Spaziergang während der Wartezeit fiel zunehmend schwerer: Klaren Vorteil konnte ich lediglich bei Alex sr. an Brett 2 identifizieren, während innerhalb der ersten Stunde Enes (4), Dirk (7) und Alex jr. (8) bereits komplett auf Verlust standen. Leicht betrübt machte ich nach einer Stunde einen Abstecher zu den Troisdorfern, die gleichzeitig im Aufstiegsrennen gegen die Bonner Stadtverwaltung III spielten. Als abzusehen war, dass sie ihre Aufgabe souverän meisterten, trat ich den Rückweg nach Lohmar an.

An Brett 7 erlitten wir dann die 1. Niederlage. Dirk geriet leider im Hennfer Spezialsystem Trompowsky nach kleineren Ungenauigkeiten in der Eröffnung ins Hintertreffen und verpasste zudem eine taktische Gewinnchance. Weiß verwertete seinen Vorteil konsequent zum gewonnenen Endspiel. 1-1

Alex an Brett 2 stellte den alten Abstand wieder her, indem er in einer sauberen Partie dem Gegner keine Konterchancen ließ, nach etwas mehr als 2 Stunden Spielzeit war hier alles klar. 2-1

Enes hatte inzwischen bange Momente zu überstehen. Sein Gegner hatte in der Eröffnung eine Qualität geopfert, und nach der Annahme war Enes‘ Stellung sehr zweifelhaft. Nach weiteren Ungenauigkeiten war die Stellung komplett verloren, sein Gegner übersah mehrere Mattkombinationen. Als es Enes allerdings gelang, die Damen zu tauschen, war der Angriff von Schwarz verpufft und der Materialvorteil setzte sich schließlich durch. Das war der Wendepunkt für den gesamten Mannschaftskampf, da hier intern schon mit einer Niederlage gerechnet werden musste. 3-1

Frank hatte es an Brett 3 mit einer komplizierten Stellung bei entgegengesetzten Rochaden zu tun. Trotz gesundheitlicher Einschränkungen kämpfte er engagiert, doch der weiße Angriff setzte sich letztlich durch. Mehrere Konterchancen blieben ungenutzt. 3-2

Damit liefen noch die Partien an den Brettern 5, 6 und 8. Aufgrund der Wertungsregelung bei kampflosen Partien benötigten wir noch einen vollen Punkt zum Mannschaftssieg.

Diesen sicherte schließlich Stephan in einer Partie, die alles bot, was das Schachherz begehrt: Damenopfer, Königsangriff, taktische Verwicklungen, Gegenchancen auf beiden Seiten. Im Endspiel griff der Hennefer König unglücklich fehl und geriet in ein sehenswertes Mattnetz. 4-2

Nach 4 Stunden Kampf wurde Alex jr. an Brett 8 mattgesetzt. Er verlor in der Eröffnung einen Bauern, den sein Gegner im Laufe der Partie nicht wiedergab und das Endspiel trotz der Gegenwehr von Alex souverän gewann. 4-3

Oliver war wie schon so oft der letzte verbliebene Spieler. Nach einer eher harmlosen Eröffnungsphase erlang Weiß durch eine leichte Ungenauigkeit einen kleinen Vorteil, der aber das Gleichgewicht nicht entscheidend beeinflussen sollte. Durch den inzwischen gewendeten Mannschaftskampf schlug Frank Feig allerdings eine Zugwiederholung aus und versuchte auf Gewinn zu spielen. Hier entstand ein interessantes und lehrreiches Endspiel:

Am Ende hieß es 5-3 (18:13) – ein Ergebnis, das sich am Spieltag zwischenzeitlich eher nach Zweckoptimismus als nach realistischer Prognose angefühlt hatte. Doch Moral, ein wenig Nervenstärke und die freundliche Mithilfe einiger ausgelassener Mattkombinationen auf gegnerischer Seite sorgten dafür, dass wir die Punkte in Lohmar behalten konnten. Bemerkenswert: Kein einziges Remis; offenbar hatten sich alle Beteiligten vorgenommen, das Schachbrett nicht als Ort diplomatischer Lösungen zu betrachten.

Ein Sieg der Kategorie „knapper als geplant, aber umso schöner“. Knapp können wir inzwischen ganz ordentlich. Aber es war auch ein Mannschaftskampf, der wieder viele Nerven gekostet hat.

SF Lohmar 2170618.0 : 13.0SV Hennef 21599
1Rettke,Jörg2042+/-Altenhövel,Bernd1748
2Dreiling,Alexander18663 – 1Bursch,Alexander1726
3Schilling,Frank17391 – 3Rieger,Isabelle1614
4Karadag,Enes17043 – 1El Zidan,Ghassan1776
5Schreiter,Oliver16943 – 1Feig,Frank1587
6Hensel,Stephan15343 – 1Rubröder,Ralf1412
7Runte,Dirk16351 – 3Würz,Silas1471
8Dreiling,Alexander14341 – 3Senhen,Robin1454

Durch unsere nicht erwartete Siegesserie konnten wir die vor der Saison nicht für möglich gehaltene Tabellenführung erringen. Der Platz an der Sonne gefällt uns sehr, den würden wir ungern wieder hergeben.

RgMannschaft123456789MPDiVglBP
1SF Lohmar 2(1729)X18.015.017.019.017.017.018.012121.0
2SF Rheinbach 1(1929)X21.017.020.015.018.017.010108.0
3SC Bonn Beuel 2(1977)14.011.0X19.020.023.020.080.0107.0
4SK Troisdorf 2(1760)17.015.0X18.016.015.020.080.0101.0
5VdSF Bonn 3(1709)15.011.013.014.0X18.021.042.092.0
6SC Empor Maulwurf Bonn(1894)10.010.015.014.0X19.021.042.089.0
7TTC GW Fritzdorf 2(1683)15.017.017.013.0X13.015.040.090.0
8Godesberger SK 4(1586)15.014.09.012.011.019.0X16.031.096.0
9SV Hennef 2(1660)13.015.012.011.017.016.0X31.084.0

In Rheinbach wartet jetzt am 15.03.2026 der Showdown um die Meisterschaft, hier muss aber zwingend eine Leistungssteigerung her.

Veröffentlicht in Mannschaften, SF Lohmar II.