Uwe Rokitta berichtet:
Verbandsliga Süd 8. Runde
SF Lohmar I – SK Brühl II
| SF Lohmar I | 1884 | 5,0 : 3,0 | Brühler SK II | 1924 | |
| 1 | Christian König | 2078 | ½ : ½ | Jürgen Schäfer | 2093 |
| 2 | Raphael Langer | 1940 | ½ : ½ | Rudolf Lahmann | 1929 |
| 3 | Sven Akstinat | 1928 | ½ : ½ | Artur Yeritsyan | 1943 |
| 4 | Wolfgang Weiler | 1826 | 0 : 1 | Markus Schlicht | 1985 |
| 5 | Rolf Ossowski | 1867 | 1 : 0 | Claudio Tonnicchi | 1981 |
| 6 | Olaf Weber | 1879 | 1 : 0 | Carsten Münch | 1746 |
| 7 | Misha Zhosan | 1807 | 1 : 0 | Jan Dilger | 1892 |
| 8 | Uwe Rokitta | 1744 | ½ : ½ | Anguel Vladimirow | 1827 |
Erneut ein Spitzenspiel der Verbandsliga Süd in der Villa Friedlinde. Der Tabellenzweite Lohmar I (10:2 Punkte) gegen den Tabellendritten, die 2. Mannschaft des SK Brühl (9:3 Punkte). Frau Harnisch von der Stadt Lohmar hatte uns dankenswerterweise den Saal im Erdgeschoss zur Verfügung gestellt, und so konnten wir an diesem sonnigen Sonntag unter besten Bedingungen zum Mannschaftskampf antreten.
Vor 3 Wochen hatten wir gepatzt und in Bonn-Kessenich, mit Niederlagen an 5 Brettern, gegen gar nicht „so“ starke Godesberger chancenlos unsere Tabellenführung eingebüßt. Um nicht bereits heute den Fritzdorfern zum Aufstieg gratulieren zu müssen brauchten wir also eine starke Mannschaftsleistung.
An Brett 8 musste ich mich mit Weiß einer mir unangenehmen Eröffnung erwehren – „Holländisch“. Ich hatte eigentlich eine Nebenvariante vorbereitet. Aber mir fiel die richtige Fortsetzung nicht ein und so entschied ich mich, mit einer sicheren Zugfolge, ohne große Ambitionen auf einen Sieg, weiterzuspielen. Im 16. Zug kam es zum Damentausch. Ich bot Remis, was mein Gegner nach einigem Nachdenken annahm. Denn an den anderen Brettern sah es gut für die Brühler aus.
Ich analysierte unsere Partie mit meinem Gegner im Nebenraum. Als wir zurückkamen, da stand es plötzlich 2,5:0,5 für Lohmar. An Brett 5 und an Brett 7 hatten die Schwarzspieler, also die Lohmarer, gewonnen. Rolf musste sich einem sehr starken Angriff erwehren, aber er suchte Gegenchancen und spielte sehr schnell. Sein Gegner war in Zeitnot und „lebte“ nur noch von den 30 Sekunden Zugabe je Zug. Aber er wollte unbedingt gewinnen. Rolf machte einen groben Fehler – seine Gegner suchte nach der richtigen Fortsetzung. Er suchte, suchte – und hatte plötzlich im 35. Zug (5 Züge vor der Zeitkontrolle) die Bedenkzeit überschritten und dadurch verloren. An Brett 7 war eine sehr unklare Position entstanden. Misha hatte mit einem zeitweisen Figurenopfer „das Brett in Flammen gesetzt“. Die Stellung war für Weiß recht schwierig zu spielen und Misha errang langsam die Oberhand. Plötzlich war der weiße Springer auf f4 gefesselt, da er in der Diagonale des schwarzen Läufers zum weißen König stand. Der Springer ging verloren und Weiß gab auf.
An Brett 2 konnte Raphael seinen Vorteil nicht verwerten. Sein Gegner konnte ausgleichen und die Gegner einigten sich auf Remis. Kurz darauf konnte Olaf an Brett 6 seinen Freibauern in der c-Linie zur Dame umwandeln. Nachdem einige Figuren geschlagen wurden und sich die Stellung geklärt hatte, da hatte Olaf Turm und Springer mehr. Sein Gegner gab auf und es stand 4 : 1 für Lohmar.
Jetzt wurde noch an den Brettern 1, 3 und 4 gespielt. Alle unsere Spieler standen schwer unter Druck und wir Zuschauer fragten uns: „Wer holt jetzt das Remis um den Mannschaftssieg abzusichern?“
An Brett 4 hatte Wolfgang sehr schnell gespielt. Er stand gut, aber irgendwann, nach über 4 Stunden Spielzeit, verlor er einen wichtigen Bauern. Er versuchte noch, Gegenspiel zu erreichen, aber letztendlich setzte sich sein Gegner durch und es stand nur noch 4 : 2.
So musste jetzt Christian an Brett 1 seine Künste im Turmendspiel beweisen. Mit einem Bauern weniger machte er den Eindruck, alles „im Griff“ zu haben – und sein Gegner sah das offensichtlich auch so. Er fand nicht mehr die besten Züge, Christian kam zu Gegenangriff und gewann alle weißen Bauern. Mit Turm gegen Turm und Bauern war für keinen der Spieler noch „etwas drin“. Remis an Brett 1.
Den Schluss setzte Sven an Brett 3. Er hatte die ganze Partie über sich zäh verteidigen müssen und erreichte nach ca. 60 Zügen einen kleinen, aber unbedeutenden Vorteil. Remis an Brett 3 zum 5 : 3 Endstand.
Da der Tabellenführer Fritzdorf I sich gegen Hennef I durchsetzen konnte, liegen jetzt Fritzdorf I (13:1 Punkte) und Lohmar I (12:2 Punkte) an der Tabellenspitze. Brühl II und Hennef I folgen, 2 Runden vor dem Saisonende, mit 9:5 Punkten. Damit wird es nach Ostern zum Entscheidungsspiel zwischen Fritzdorf I und Lohmar I um den Aufstieg in die Regionalliga kommen.