Unser Ehrenmitglied Joachim Fleischer hat uns verlassen. Er verstarb am vergangenen Samstag im Alter von 91 Jahren.
Joachim Fleischer war von 1993 – 1999 Vorsitzender der Schachfreunde Lohmar. Um den Verein nach vorne zu bringen konnte dann Udo Käser als Trainer gewonnen werden. Daraufhin konnten viele starke Spieler nach Lohmar geholt werden. Als Organisator und Mannschaftsführer war Joachim Fleischer dafür verantwortlich. Ergebnis: von 2004 – 2006 spielte Lohmar I erfolgreich in der 2. Bundesliga.
Darüber hinaus engagierte sich Joachim Fleischer stark in der Vorstandsarbeit, zunächst nur im Bezirk. Er war Spielleiter für Einzelturniere im Schachbezirk Bonn/ Rhein-Sieg und Mitglied im Spielausschuss. Als 1992 die Stelle des DWZ-Referenten vakant war, übernahm Joachim Fleischer auch dieses Amt. Dank seiner klaren und zielgerichteten Arbeitsweise wurde seine Arbeit hoch gelobt, so dass auch höhere Schachorganisationen auf ihn aufmerksam wurden. Joachim Fleischer wertete erst auch die Turniere auf Mittelrhein-Ebene und schließlich auch die Turniere in ganz NRW aus. Am 15. Mai 1999 kandidierte Joachim Fleischer beim Bundeskongress in Monschau als Referent für Wertungen. Dabei stand er anfangs gar nicht zur Disposition. Nachdem allerdings der ursprüngliche Bewerber in der geheimen Wahl durchgefallen war, stellte sich Fleischer den Delegierten – und wurde mit überwältigender Mehrheit gewählt. Es begann eine beispiellose zehnjährige Amtszeit, mit einem „verlässlichen Partner in der Wertungskommission„, wie Michael S. Langer heute zurückblickt. „Die Zusammenarbeit mit Joachim Fleischer war stets angenehm.“ sagt Andreas Filmann, Präsident des Hessischen Schachverbandes und Fleischers Nachfolger als DSB-Wertungsreferent: „Er zeichnete sich durch einen unermüdlichen Arbeitseinsatz aus.„
In den vergangenen Jahren hatte Joachim nach und nach alle Ämter an gute Nachfolger abgegeben. Jetzt ist er im Alter von 91 Jahren verstorben. Ein toller Mensch hat uns verlassen. Er ruhe in Frieden.
Joachim Fleischer: „Der Mann der Zahlen“
Er war weit und breit eine Institution aus dem kleinen Ort Lohmar bei Köln, denn er wertete alle Schachturniere aus, die ihm unter die Finger kamen. Wiederholt regte er sich über die unzureichenden Daten der Turnierveranstalter auf. Er wollte immer alles richtig machen, damit jeder seine korrekte Wertungszahl erhält. Er berechnete er auch die DWZ für Auslandsturniere, was ihm nicht nur Freunde einbrachte.
Man kannte und schätzte ihn beim Schachbund NRW und beim Deutschen Schachbund als unermüdlichen und fleißigen Schachfreund. Zahlreiche Ehrungen (wie z.B. die Goldene Ehrennadel) belegen dies.
Bis 2015 kümmerte er sich um alle Belange der Schachfreunde Lohmar. Dort war Joachim Mannschaftsführer des Teams in der 2. Bundesliga, Turnierleiter und auch Vorsitzender. Ohne ihn wäre der Mitglieder-Aufschwung in den 1990er Jahren nicht möglich gewesen.
Joachim verhalf dem Schachklub auch zum Domizil in der Villa Friedlinde, welches bis heute besteht. Ein netter, aufrichtiger und ehrlicher Mensch hat uns verlassen.
Sven-Holger Akstinat (1. Vorsitzender SF Lohmar)
Ich lernte Joachim Fleischer 1986 kennen. Mit seinem Sohn Uwe spielte ich eine Saison gemeinsam in der Verbandsligamannschaft des SC Siegburg. Und Joachim Fleischer war immer dabei. 1988 wechselte ich von Siegburg zu den Schachfreunden Lohmar und wurde von Joachim Fleischer aufs herzlichste willkommen geheißen. Bei der Lohmarer Gemeinde-meisterschaft 1989 traten wir in der 1. Runde erstmalig am Brett gegeneinander an. Als Dritter der Startliste dachte ich, den viel schlechter bewerteten Joachim Fleischer klar besiegen zu können. Aber es kam anders. Joachim wehrte meinen überhasteten Angriff routiniert ab, seinem Gegenangriff konnte ich nichts entgegensetzen und nach dem 38. Zug musste ich aufgeben. Auch später haben wir mehrere spannende Partien gespielt. Gegen sein solides Spiel konnte ich mich nur selten entscheidend durchsetzen. Er war immer ein fairer und sympathischer Gegner.
Zuletzt gesehen habe ich Joachim Fleischer vor wenigen Jahren bei der Jahreshauptversammlung der Schachfreunde Lohmar. Es waren an diesem Abend zu wenige stimmberechtigte Mitglieder für die Vorstandswahlen anwesend. Ein Anruf bei Joachim Fleischer – und er war 10 Minuten später im Spiellokal und half uns so, die Versammlung und die Vorstandswahlen ordnungsgemäß durchzuführen.
Uwe Rokitta
Joachim Fleischer hatte immer ein offenes Ohr für jedes Mitglied im Verein, der sich auch sehr stark für die Jugend einsetzte. Seine Verbesserungen im Jugendbereich durch den Einsatz von Trainern brachten mich zum Vereinswechsel zu den Schachfreunden Lohmar 1974 e.V. Er wird für mich immer ein Vorbild bleiben durch seinen Arbeitseifer, seine Fairness, aber auch seinen tiefgründigen Humor. Selbst im hohen Alter engangierte er sich für Turniere wie das Lohmar Open, obwohl er selbst als aktiver Spieler nicht mehr auftrat.
Jörg Rettke