Langenfeld 2 gegen Lohmar 2

Oliver Schreiter berichtet:

An einem regnerischen Tag – ideal zum Schachspielen – führte unsere erste Reise in der Verbandsliga Nord nach Langenfeld in ein großes Sportzentrum mit einem schönen Freibad. Die Logistik hatte schonmal funktioniert, und alle Spieler waren pünktlich da. Im Spielsaal fand gleichzeitig bei guten Spielbedingungen der Wettkampf Langenfeld 1 gegen Leverkusen aus der Regionalliga statt. Wir mussten auf Alex und Stephan verzichten, aber unsere Gastgeber spielten ohne die ersten vier. Somit sank unser DWZ-Nachteil an einigen Brettern, ohne dass wir die Außenseiterrolle ganz abstreifen konnten.

Es begann auch gleich schlecht. An den beiden letzten Brettern gerieten Norbert und Frank schnell ins Hintertreffen und mussten die Segel streichen. Norbert opferte im 6. Zug auf f7 und musste kurz später feststellen, dass dies nicht korrekt war. Sein Gegner gab ihm keine Möglichkeiten mehr zurückzukommen. Spielstand: 3-1

Frank verlor ausgangs der Eröffnung 2 Bauern und musste kurze Zeit später aufgeben: Spielstand 6-2.

Gabriel spielte an Brett 6 eine Partie mit offenem Visier, bei der er begann die Oberhand zu gewinnen. Plötzlich griff er fehl und stand auf Verlust. Zu meiner Überraschung bot der Gegner in dem Moment ein Remis an, was Gabriel mit Freuden annahm. Spielstand: 8-4

Enes spielte an Brett 2 eine solide Eröffnung und glich problemlos aus. Dann tauschte er seinen schwarzfeldrigen Läufer gegen einen Springer und verursachte einige schwarzfeldrige Schwächen um seinen König herum. Sein Gegner schien diese nicht ausnutzen zu wollen und so einigte man sich auf Remis. Spielstand: 10-6

Olav opferte an Brett 5 früh 2 Zentralbauern, um anhaltende Kompensation in Form von Entwicklungsvorsprung und Initiative zu erhalten. Ich weiß nicht, wieviel davon Eröffnungswissen oder Intuition waren, aber es war mutig. Es stellte sich heraus, dass der Gegner einige „einzige“ Züge finden musste, was dauerhaft nicht möglich ist. So baute er seinen Vorteil immer weiter aus und gewann. Spielstand: 11-9. Wir waren wieder im Rennen!

Daniel befand sich bereits in der Eröffnung in einer unangenehmen Stellung und musste die Qualität ohne jegliche Kompensation abgeben. Aber er schaffte es, den Gegner immer wieder zu beschäftigen, so dass dieser immer zielloser wurde. Daniel nutzte seine Chance und erreichte doch noch das Remis. Spielstand 13-11.

Frank hatte eine ordentliche Stellung an Brett 1, und ein Gewinn schien möglich. Somit musste ich an Brett 3 wenigstens ein Remis erreichen, wenn wir etwas holen wollten. Gegen den Holländer-Stonewall meines Gegners hatte ich zunächst eine schöne Aufstellung erreicht. Allerdings blickte ich ein wenig skeptisch auf den zu erwartenden schematischen Angriff von Schwarz. An einer entscheidenden Stelle entschied ich mich dann für den falschen Plan und geriet bereits wenige Züge später in eine verlorene Stellung, die mein Gegner solide zum Sieg führte. Spielstand: 16-12 – damit war der Mannschaftskampf verloren.

Auch Brettpunkte können eine Rolle spielen. Frank hatte aus einer sehr individuellen Eröffnung heraus zunächst einen Bauern und später einen zweiten erobert. Als der Mannschaftskampf entschieden war, schien es so, dass er seinen Gegner entwischen ließ. Aber Frank hatte den Willen und die Idee zum Sieg und rang ihn in einem spannenden Endspiel doch noch nieder. Endstand: 17-15 (oder 4,5-3,5).

Es war zwar eine knappe Niederlage. Aber mit Blick auf die glücklichen Remis auch ein verdienter Sieg der Gastgeber. Fazit: Wir sind in der Liga angekommen und können mitspielen. Allerdings haben wir auch noch viel Luft nach oben, wenn wir mehr als nur knapp verlieren wollen!

Veröffentlicht in Mannschaften, SF Lohmar II.